Traumprojekt wird wahr: Turmcafé

Traumprojekt wird wahr: Turmcafé

1. April 2022: Ein weiteres Großprojekt der sozialen Dorfentwicklung geht in die Realisierung. Für alle viel schneller als erwartet bekam die Projektgruppe „Turmcafé“ nun grünes Licht für die Reaktivierung des höchsten Gebäudes der Gemeinde. Dass dafür sogar die Kreisgrenzen verlegt wurden, ist nur einer der Erfolgsbausteine. Der Landkreis ROW sah für sich keinerlei Interesse am Turm und stimmte der Verlegung der Kreisgrenze zu, der Landkreis STD ist damit 4ha gewachsen. Damit durfte dieses Projekt nun aber offiziell mit in unser Fördergebiet aufgenommen werden.

Am letzten Wochenende (nach dem Besuch der Landwirtschaftsministerin in Wangersen) gab es dann den Durchbruch für dieses Traumprojekt, welches bereits im Jahr 2018 in der Auftaktveranstaltung zur sozialen Dorfentwicklung, eher als Schnapsidee, genannt wurde.

„Wir freuen uns riesig, dass wir mit dem Turmcafé „Zum Einhorn“ nun bald ein deutschlandweit einzigartiges Gastronomie-Projekt unterstützen können!“

M. Babel, Sprecherin des Gaststättenverbandes TeHoGa.

Der fehlende letzte Baustein war die Genehmigung für die Küche – diese war im Turm einfach nicht umsetzbar. Zu groß waren die baulichen Anforderungen. Das Projektteam ließ sich davon nicht entmutigen und war selbst erstaunt, dass ihre Seilbahn-Idee nun den Durchbruch gab. Dabei werden drei Gastronomiebetriebe aus der Umgebung mit einem ausgeklügelten Seilbahnsystem an die Ost-Seite der Turmplattform angeschlossen. Glücklicherweise hatte ein ortansässiger Tüftler durch regelmäßige Ski-Urlaube gute Kontakte zum Alpen-Seilbahn-Verein Berchtesgaden, die Pläne und Genehmigungsunterlagen von dort konnten fast 1:1 übernommen werden.
Nach maximal 65s Fahrzeit sollen die Speisen und Getränke blitzschnell, in speziellen Fahrkörben sicher befestigt, direkt am Tresen im Turm in 75m Höhe ankommen. Die Bestellungen wurden zuvor vom Turmcafé-Personal aufgenommen und ins Online-Bestell-System eingegeben – und dann automatisch einem der drei Gastronomie-Betrieb zugeordnet. Dabei können alle drei Seil-Stränge gleichzeitig in beide Richtungen genutzt werden. Und eine Erweiterung auf bis zu 6 Seile, also die Vergrößerung des Bodenpersonals auf 6 Betriebe ist möglich.

Warum es jetzt so schnell ging, erklärt sich das Projektteam unter anderem so: „Bei allen Planungen haben wir immer die Nachhaltigkeit berücksichtig, das hat bei den Entscheidungen für die Fördermittel wohl den Zuschlag gegeben.“
Für das Seilbahnsystem werden somit alte, aber noch unbenutzte hochwertige Kabel aus alten Beständen der „Bundespost“ verwendet, die noch im Turm-Keller lagern. „Das die nochmal jemand brauchen kann, hätten wir nie gedacht. Wir freuen uns sehr darüber!“, steht im Schreiben des „Liegenschaftsamtes alter Bundespost-Bestände“, mit dem die kostenlose Schenkung der Kabel an die Projektgruppe offiziell gemacht wird.
Auch die Energieversorgung wird über die nahegelegene Windkraftanlage durch ein Direktkabel sichergestellt.
Besser geht es für die Umwelt nicht.

Nun drücken alle Beobachter die Daumen, dass jetzt alles wie geplant läuft. Anfang nächstes Jahres soll das 14m lange Einhorn auf die Spitze des Turmes gesetzt werden. Durch die Installation des Markenzeichens in dieser Höhe (135m) ist das Turmcafe „Zum Einhorn“ dann bereits aus weiter Ferne eindeutig erkennbar. Und die Transformation vom ehemaligen „Fernmeldeturm Sellhorn“ zum einzigartigen Turmcafé ist abgeschlossen – und pünktlich zum 1. April 2023 soll das erste Bier per Seilbahn dem ersten Gast zugestellt werden. Wäre das ganze nicht so schön, man würde denken, es wäre ein Aprilscherz. Wir sind gespannt und bleiben dran!

Wichtig bei jedem Projekt der sozialen Dorfentwicklung sind die Ideen der Einwohnerinnen und Einwohner unserer Dörfer. Wenn du Fragen oder Ideen für die Zukunft deines Dorfes hast, dann nimm Kontakt zu einem der Dorfmoderatoren auf. Nicht ist unmöglich! 🙂 Alle Kontakte hier: https://gemeinde.ahlerstedt.de/?page_id=114

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